GRW-Exkursion zur Euroscola 2026 (01. 2026)
GRW-Fachexkursion ins EU-Parlament in Straßburg zur EUROSCOLA 2026
„In Vielfalt geeint”, so lautet das Motto der EU, und das war auch das Motto des Euroscola Programms, an dem ausgewählte Schüler der GRW-Kurse, unsere Schülersprecher sowie einige der Schüler teilnehmen durften, die bei Jugend debattiert gezeigt hatten, dass sie für eine Debatte im Europa-Parlament besonders geeignet sein würden. Dort würden sie auf Schüler aus Frankreich, Lettland, den Niederlanden und vielen anderen Ländern treffen, um über ein politisch hochaktuelles Thema zu diskutieren. Die Anreise am 22.1. mit ICE und TGV lief reibungslos und erlaubte sogar einen kleinen Stadtspaziergang durch Frankfurt zum Sitz der Europäischen Zentralbank. Die Zeit in den Schnellzügen verging flott, da die Schüler sich Lernstoff und Hausaufgaben mitgebracht hatten.
Wie klein die Welt - und vielleicht auch das politische Straßburg – ist, zeigte sich bereits, als wir auf dem Weg vom Bahnhof zu unserem Hotel dem deutschen Europa-Abgeordneten Martin Sonneborn (Die Partei) begegneten, der uns freundlich im Herzen der europäischen Demokratie begrüße.
Straßburg lockte uns nachmittags noch in seine bezaubernde Altstadt, wo nicht nur die historischen Fachwerkhäuser, sondern auch das Münster, also die gewaltige Kathedrale für große Augen sorgten. Nach dem kurzen Rundgang durch die Innenstadt versammelten wir uns am Abend, um eine kleine Runde Werwolf zu spielen und uns für den kommenden Tag vorzubereiten.
Trotz des aufregenden und anstrengenden Anreisetages mussten wir am nächsten Morgen wieder früh aufstehen und um 7:30 ging es los Richtung Parlament. Dort angekommen, wurden wir nach der Sicherheitskontrolle in die Cafeteria des Parlaments geführt, wo wir uns am Frühstücksbüffet stärken konnten und in Gruppen aufgeteilt wurden. Es waren bereits ein paar andere Klassen da, doch die meisten kamen erst später dazu. Nachdem wir alle satt waren, wurden wir in den Hemicycle, also das große Parlamentsplenum geführt, wo wir je nach zugeordneter Gruppe, links, rechts, oder in der Mitte saßen. Ab dem Moment waren alle Schulen und Mitgliedsländer wild durchmischt. Das Programm begann mit einer Videonachricht von Roberta Metsola, der Parlamentspräsidentin, die uns willkommen hieß und die Wichtigkeit des EU-Parlaments betonte.
Danach kam Marc Angel, der Quaestor des EU-Parlaments und beantwortete Fragen über sämtliche Themen, die die EU betreffen. Doch man sah früh, in welche Richtung das Programm ging, denn obwohl alles gefragt werden konnte, wurde der Fokus stark auf die Medien gerichtet. Nachdem Marc Angel und die zweite Rednerin, die explizit wegen Medienfragen anwesend war, fertig waren, ging es zum Mittagessen.
Gestärkt begaben sich alle wieder in den Plenarsaal. Der zweite Part des Programms war eine Simulation, in der wir live erleben konnten, wie eine Debatte im Parlament ablief. Dabei lag der Fokus auf Desinformationen und Fake News, Themen, die tatsächlich auf der Agenda des EU-Parlaments stehen, da unsere Gesellschaft in Zeiten von Social Media, Künstlicher Intelligenz und hybrider Kriegsführung vor Falsch- und Desinformationen geschützt werden soll. Unsere Position im Simulationsspiel konnten wir uns nicht aussuchen, sondern mussten, je nach Gruppe, dafür, dagegen, oder für einen Kompromiss sein. Nach vielen Redebeiträgen, die von den meisten europäischen Jugendlichen auf Englisch gehalten wurden, obwohl das Team der Simultanübersetzer zur Verfügung stand, um vom Rumänischen ins Finnische und vom Portugiesischen ins Polnische etc. zu übertragen, ging es zur Abstimmung. In dieser sollten wir sechs verschiedene Lösungsvorschläge beurteilen. Zuletzt gab es noch drei Abstimmungen, in denen die Gleichstellung der Frau das Thema war. Dieses Mal war sich fast das gesamte Parlament einig, dass diese noch nicht angemessen erreicht wurde. Nachdem wir dieses Ergebnis ausgewertet hatten, war das Projekt beendet. Um die gemeinsamen Erlebnisse zu rekapitulieren und den spannenden Tag in der Gruppe ausklingen zu lassen, ging es zusammen in eine Burgermanufaktur, wo sich alle den Bauch vollschlagen konnten, bevor es am nächsten Tag zurück nach Riesa gehen sollte.
Mit dem Euroscola-Projekt konnten wir nicht nur einen interessanten Einblick in die Herzkammer der europäischen Demokratie werden, sondern am eigenen Leib erleben, wie Demokratie funktioniert, dass man einander zuhören muss, um einander zu verstehen und sich nur dann mithilfe der besten Argumente überzeugen kann. Natürlich ist Demokratie langsam, es werden eben viele Stimmen gehört, bevor Entscheidungen getroffen werden. Nur so kann auf demokratischem Prozess eine bestmögliche Lösung für die 450 Mio. Europäer gefunden werden. Vielen Dank ans EU-Parlament, das uns die Teilnahme an dem Projekt durch die Finanzierung ermöglicht hat.
-- Presse-AG









































